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Samstag, 5. Mai 2007, 10:09

Kurzgeschichte

Hi ich hab jetzt mal überlegt wo ichd as hier posten kann und mir ist nix eingefallen...also tu ich es zum rest^^.

Wenn dem Admin ein besserer Ort einfällt bitte verschieben , danke^^.

Es existieren mehr Kapitel und wnen ihr wollt poste ich die noch nachträglich.
Für mich ist die Geschichte sehr emotional weil ich sie sehr stark mit persöhnlichen Gefühlen und erlebnsissen verbinde...also lasst sie an euch heran kommen.


Woran denkt ein Mensch wenn er das Wort Engel hört? An ein strahlendes Wesen mit flügeln und einem heiligen Schein?
An kleine pummelige kindliche Figuren wie sie oft in Kirchen zu sehen sind?
Was definiert einen Engel und was lässt die westliche Welt glauben sie wüssten wie diese himmlischen Wesen aussehen?
Engel sind auch nur Menschen….jedenfalls die meiste Zeit.
Sie wandeln ungesehen unter uns können jedermann und überall sein.
Die alte Dame die die Tauben im Park füttert , der Barkeeper der die Getränke ausschenkt , die Tagesmutter aus der Kita ; die Möglichkeiten sind schier grenzenlos.


In den verschiedenen Engelschören ist einer der niedrigsten Ränge der Cherubim , der Schutzengel. Auch wenn die Menschen ein wichtiger Teil der Schöpfung sind und die höheren Mächte durchaus darauf achten das ihnen nichts geschieht sieht man die himmlischen belange und die Politik der Engel als wichtiger an als das einfache Volk und Leben auf der Erde.
Menschen die in dieser ewigen Schlacht von gut und Böse als besonders Wertvoll erscheinen erhalten als Schutz einen dieser Cherubim zur Seite.
Doch nicht immer sind es die erfahrenen und gut trainierten die diese Aufgabe erhalten.
Oftmals sind es die Cherubim die als noch nicht reif genug für die höheren Aufgaben angesehen werden oder die die als strafe für ihr Versagen „babysitten“ müssen.

Einige sitzen ihre Zeit nur ab, andere finden in ihr die Erfüllung und weigern sich ihre alten Aufgaben wieder aufzunehmen.

Thesiel war noch nicht lange ein Cherubim, er war sozusagen gerade von der Schule in den Beruf gewechselt.
Wie so vielen Engeln vor ihm sollte auch er nun als erste Aufgabe über ein Menschenkind wachen , ein kleines Mädchen Namens Jessica.
Sie lebte mit ihren Eltern in einer kleinen Stadt irgendwo in den Bergen von Südamerika, ihr Vater war Grafikdesigner und ihre Mutter arbeitete , seit ihre kleine 5 war , halbtags in einem Supermarkt.

Thesiel gewann die kleine schnell lieb, er wurde ihr zugeteilt als sie 3 Jahre alt wurde
Sie war ein aufgewecktes kleines ding und erkannte schnell Thesiels wahre Natur , denn nur Menschen reinen Herzens sind in der Lage Engel als wirklich das wahrzunehmen.
Es geschah an einem klaren Sommertag im Park als die kleine ihn anblickte und ihn mit der typischen kindlichen Direktheit fragte ob er ein Engel sei.
Überrascht und amüsiert zugleich kniete er sich hinunter zu der kleinen:“ ja, ich bin sogar ein ganz besonderer Engel, ich bin dein Schutzengel“.
Er hatte erwartet das der kleine Mensch nun beeindruckt wäre , ihn mit großen ungläubigen Augen anstarren würde und keinen Ton herauskriegen würde , umso überraschter war er als sie ihn gründlich von oben bis unten musterte , eine Augenbraue hob und ihn dann mit verschränkten Armen fragte „ Wenn du ein Engel bist, wo sind dann deine Flügel?“
Er lächelte sie an.
„Meinst du nicht es wäre etwas auffällig wenn ich hier mitten im Park mit weißen flügeln rumlaufen würde Jessica? Oder hast du schon viele Engel mit flügeln in der Stadt gesehen?“
Die kleine überlegte , er hatte recht…sie blickte sich um aber niemand der hier im Park war hatte große weiße Flügel auf dem Rücken und sie musste eingestehen das es doch sehr seltsame gewesen wäre wenn er hier als einziger mit Schwingen gewesen wäre.
„Wenn du mein Schutzengel bist…dann musst du also immer auf mich aufpassen?“
Er nickte.
„Aber als ich mit Mama und Papa einen Ausflug gemacht habe warst du nie da!“
Siegessicher in der Lüge entlarvt zu haben stemmte der kleine Mensch die Ärmchen in die Seite und blickte ihn abwartend an.
„ Nur weil du mich nicht siehst heißt das nicht das ich nicht in deiner Nähe bin kleines, ich würde dich nie alleine lassen ich kann es auch nicht.
Als du am See gespielt hast und dich soweit hinaus gebeugt hast das du beinahe ins Wasser gefallen wärst, hat dich da nicht jemand am Gürtel gehalten?“
Staunend sah sie ihn an.
„Aber als ich mich umdrehte war niemand da“ klagte sie.
„Glaub mir , ich war da und habe dich gehalten.“
Sie musste zugeben das es sich wirklich so angefüllt hatte als wenn sie jemand zurückgezogen hätte…aber …sie konnte damals niemanden sehen…es war seltsam.
„Ich will ein Eis,“ sie sprang auf und rannte auf den Ausgang vom Park zu um drüben auf der anderen Seite der Strasse eine Tüte Eis zu kaufen auf die sie schon seit einer Woche gespart hatte.
Etwas überrumpelt sah ihr Thesiel nach…Kinder hatten so eine bewundernswerte Art an sich das Thema schneller zu wechseln als es einem Erwachsenen verstand möglich ist zu folgen.
Noch während er fasziniert über den scharfen und unberechenbaren verstand der Kinder nachdachte hörte er reifen quietschen….und ein Geräusch das der junge Cherubim nie wieder vergessen wird, ein Geräusch als wenn man einen Sack voller Sand vor eine Wand wirft…dann schrieen Menschen…die zeit schien auf einmal still zu stehen.
Es gab nur einen Gedanken den der Engel fassen konnte…Jessica…seine Bewegungen schienen bleiern und ungelenkt es war als wen man im Traum vor etwas davonlief aber kaum vom Fleck kam.
Was geschah hier nur, es war alles so unwirklich, er sah den Ausgang des Parks doch sah er sonst nicht viel da ein LKW seine sicht blockierte.
Er stand dort mitten auf der Straße was ungewöhnlich war…warum sollte….Jessica…
Sein Herz begann zu rasen , doch so sehr er sich auch bemühte es schien so als wolle die zeit ihn nicht schneller laufen lassen , als würde er mit Absicht festgehalten werden.
Er kam an der Straße an nach einer Zeit die ihm wie eine Ewigkeit vorkam, er umrundete den LKW zur Frontseite…
Seine Welt zerbrach…
verlor den Zusammenhang und es schien für einen Moment das nichts da wäre außer ihm und…Jessica…ihr kleiner Körper lag…seltsam verdreht dort vor dem Monster aus Eisen und Stahl…er vermochte nicht zu sagen ob sie zerbrechen würde wenn er sie berühren würde , ihr Gesicht war schrecklich deformiert und hatte wohl einen blutigen Abdruck auf dem Kühlergrill des LKW hinterlassen.
Langsam und nur mit äußerstem Widerwillen schien die Welt um die beiden wieder zurück zu kehren.
Niemand wunderte sich wo der Man aus dem nichts auftauchte und den reglosen Körper des Mädchens in den armen hielt, es sagte auch niemand etwas als er die kleine hochhob und sie zu Krankenhaus bringen wollte.
Dann verschwand der Fremde mit dem Mädchen.
Doch niemand störte sich daran…
...und als die letzte Wurzel verzehrt und die Sonne heißer denn je brannte, da stand eines der Schafe auf und verkündete: "Er wird nicht kommen. Wir müssen selbst das Wasser suchen."

2

Samstag, 5. Mai 2007, 10:27

Ich finde hier ist es am besten aufgehoben :wink: Liest sich sehr gut.
Forentroll. Füttern verboten. :D

3

Samstag, 5. Mai 2007, 12:01

Das Krankenhaus zu betreten und ihr ein Zimmer zu besorgen war einfach ; auch wen Thesiel nur ein Cherubim war reichte dies aus um den Verstand der Menschen so zu beeinflussen das sie das taten und glaubten was er wollte.
Ihr Anblick schreckte ihn…all die Schläuche , Kabel und Leitungen.
Völlig schlaff und kraftlos lag ihr kleiner Körper da in diesem riesigen Krankenbett.
Ihr Gesicht war verbunden damit man die vielen Einstiche nicht sah die nötig waren um die zahllosen Wunden wieder zu nähen.
Ein Arzt sagte das sie eigentlich einen ganz Körpergips gebraucht hätte doch wäre dies zu riskant, falls es zu einem Herzstillstand kommen würde wäre es ihr Todesurteil wenn man erst den Gips wieder entfernen müsse.
Nach vier Stunden voller Hektik Blut du Panik lag sie nun ruhig da.
Sagte nichts.
Bewegte sich nicht.
Thesiel hatte sich noch nie so sehr gewünscht das die kleine ihn ansehen würde wie jetzt…er hatte versagt.
Der Gedanke war sein ständiger Begleiter seitdem er sie das Krankenhaus betreten hatten , er war alles schuld.
Es war still im Zimmer, Totenstill…nur das Regelmäßige Piepsen des Herzmonitors durchbrach das schweigen der Welt und brachte eine traurige und beklemmende Monotonie herein.
Ab und zu lauschte Thesiel den Ärzten im Stationszimmer nicht weit von hier.
Sie gaben ihr keine große Chance , einige meinten sogar das es besser sei der kleinen die Qualen zu ersparen und die Geräte abzuschalten.
Wo war nur ihr Schutzengel….
Bei ihr…er hielt ihre Hand, doch war er Machtlos.
Sicher schon früher hatte er Jessica heilen können , offene Knie, eine Grippe oder ein Bruch das waren leichte Dinge…doch dies?
Selbst wenn er es schaffen würde ihre Verletzungen zu heilen läge sie immer noch im Koma.
Dies konnte er ihr nicht nehmen, sie nicht heilen; es war ein Kampf den die kleine Jessica selber austragen musste.
Eine sanfte , kühle Brise wehte durch das offene Fenster und Thesiel zog die Decke der kleinen etwas höher damit sie nicht friert…wozu?
Sie merkt es doch eh nicht….
Thesiel erstarrte ob dieses Gedankens, er durfte sie nicht aufgeben, auch wenn jeder andere es tat, er nicht.
Er wusste nur eines solange er hier an ihrem Bett saß würde keine Macht der Welt…weder Gott noch der Teufel das Mädchen holen…es durfte ihr einfach nicht noch mehr passieren….nicht noch mehr…

Fanatismus das war einer der Dinge die für den fall vieler Engel verantwortlich war…Thesiel wusste das…aber was war falsch daran die zu beschützen die man liebte…?
Doch er hatte schon versagt, warum für eine verlorene Sache Kämpfen?
Langsam schienen sich seine Gedanken selbständig zu machen , ein kleiner Kampf entbrannte zwischen Vernunft , Nächstenliebe und Wahnsinn.
Dann schlug es Mitternacht…
Gong
Was sollte er nur tun…was konnte er tun?
Gong
Es war seine Schuld oder etwa nicht?
Gong
Er hätte da sein müssen und es verhindern.
Gong
Und wenn es Schicksal war?
Gong
Nein , so etwas konnte niemandes Schicksal sein!
Gong
Er konnte nichts dagegen tun wenn es so sein sollte.
Gong
Es war ein test…ganz sicher…es war nicht echt…
Gong
Ausreden , Ausflüchte…
Gong
Ihre Hand war so kalt…
Gong

Gong
Er würde es nicht zulassen…
Gong
Um jeden Preis.

Gong

Thesiel sah auf…nein…es konnte noch nicht sein , sie hatten ihm keine Chance gelassen ihr zu helfen…er musste es doch wenigstens versuchen können!
Eine schemenhafte Gestalt löste sich von den Schatten der Fenster und machte einen Schritt auf das Bett der kleinen zu.
Sofort war Thesiel auf den Beinen und stellte sich zwischen die Gestalt und Jessica.

„Verschwinde wieder, du bist zu früh…sie wird dich noch nicht begleiten!“
Die Gestalt betrachtete ihn aus zwei schwach leuchtenden Punkten in einem schemenhaften fast transparenten Kopf.

Geh mir aus dem Weg Cherubim , deine Arbeit hier ist getan.

„Nein noch lange nicht , sie fängt gerade erst richtig an.“
Eine kurze Geste nur war nötig um sein Flammenschwert zu rufen.
„Zwing mich bitte nicht dazu…geh bitte…lass uns alleine.“

Das kann ich nicht und das weißt du junger Thesiel, willst du dich wirklich gegen einen der deinen stellen? Willst du wirklich für einen Menschen so leichtfertig den Himmel aufgeben?
Du weißt das du bestenfalls verbannt werden wirst solltest du deine klinge tatsächlich gegen mich erheben.

Thesiel lies den Blick nicht von seinem Gegenüber ab…Tränen traten in seine Augen.
Engel und alle hohen Wesen waren von einer Schwäche der Menschen verschont geblieben, Emotionen.
Nur die Cherubim als direkte Beschützer haben zur Auflage bekommen die Menschen und ihr Handeln zu verstehen…mit allen Facetten.

„…zwing mich nicht…“, seine Stimme begann zu zittern.

Die Gestalt ignorierte ihn und begann seinen Weg um Thesiel herum fortzusetzen.
Er streckte eine Hand nach der kleinen Jessica aus um ihre Seele aus dem Körper zu befreien und erstarrte in der Bewegung.

Narr…das…wird er nicht…du wirst…

Was dann geschah konnte kein sterblicher erfassen, selbst die Welt weigerte sich dies hinzunehmen und wandte ihr Gesicht ab.
Die Realität verschloss sich dem geschehen.
Das Flammenschwert hatte sein Ziel gefunden, und ein schwarz verkohltes Loch entstand mitten im Nichts…der Fremde war nie Körperlich…doch wurde er auf der Ebene des Fleisches vernichtet.
Eine Explosion aus Nebel und Federn…weißen Federn, doch war nichts zu hören, kein Lüftchen regte sich und doch zerbarsten die Fenster der Etage, Tische und Stühle wurden aus den Zimmern geschleudert, doch nichts bewegte sich.
Es war nie vorgesehen das ein Engel einen anderen Engel bekämpft oder gar tötet…es gab kein Schema keine Vorgaben dafür…die Welt wusste nicht was sie tun sollte.

Dann war es vorbei.
Nichts war vorbei.
Denn nichts war geschehen.

Schwer atmend stand Thesiel da ,sein Schwert in der Hand und den Blick leer.
Und das für einen Menschen?
Er würde alles tun um sie zu schützen…koste es was es wolle.
Für den Moment war sie sicher denn es würde dauern bis die Realität dieses Ereignis weiter tragen wird.
Fort…er musste fort, klare Gedanken fassen…war es dafür zu spät?
Er breitete seine weißen Schwingen aus und stürzte aus dem Fenster und erhob sich in die Nacht.
Jessica war wieder alleine…
Alles was blieb war eine einzige schwarze Feder…
...und als die letzte Wurzel verzehrt und die Sonne heißer denn je brannte, da stand eines der Schafe auf und verkündete: "Er wird nicht kommen. Wir müssen selbst das Wasser suchen."

4

Samstag, 5. Mai 2007, 12:58

Gefällt mir inhaltlich sehr gut. :) Überzeugend erzählt, sehr eindringlich und etwas rätselhaft ...

Nur an den Satzzeichen und der Rechtschreibung müsstest du noch ein bisschen arbeiten. :wink: Oder den Text mal lektorieren lassen.

Aber ich bin da sowieso immer arg pingelig mit ... :mrgreen:
I am a pirate
with empty hands
but thoughts of silver and gold
...
________
Y.P.